Aus unseren Veranstaltungen

Hier finden Sie Videomitschnitte oder kurze Zusammenfassungen unserer letzten Informationsveranstaltungen zu allen Themen der Parkinson-Erkrankung. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. und deren Selbsthilfegruppen vor Ort.
Sprechen Sie uns gerne an.

Webinar: Einsatz von Medical Cannabis bei der Therapie des Parkinson

30. September 2020

Dr. Thomas Vaterrodt, Chefarzt der Neurologie an den SHG-Kliniken in Saarbrücken, behandelt seit vielen Jahren Menschen mit Morbus Parkinson. In jüngster Zeit hat er dabei auch Medical Cannabis eingesetzt, wenn andere Möglichkeiten nicht den gewünschten Erfolg bringen. In seinem Vortrag gibt er einen Überblick zu Geschichte, Studienlage und Erfahrungen in seiner Klinik.

 

Webinar: Woran erkenne ich die fortgeschrittene Parkinson-Erkrankung?

21. Oktober 2020

Dr. Thomas Vaterrodt, Chefarzt der Neurologie an den SHG-Kliniken in Saarbrücken, erläutert die Phasen der Parkinson-Erkrankung, beschreibt die Symptome und erklärt, woran Sie fortgeschrittenen Parkinson erkennen. Im Vortrag sind auch Videos zum fortgeschrittenen Parkinson enthalten, alle Videos dieser Serie finden Sie auf dem Portal von AbbVie Care.

Livetalk aus Köln: Leben mit Parkinson
in Corono-Zeiten

7. Oktober 2020

5 Experten sagen klar und verständlich, was sich durch die
AHA-Beschränkungen verändert hat. Was kann ich als
Patient oder 
Angehöriger tun? Wie verändert sich unsere Gesundheitsversorgung, etwa durch die Digitalisierung und was muss die Politik tun, um eine gute flächendeckende Parkinson-Versorgung sicherzustellen. 2 Stunden voller interessanter Impulse.

Hier können Sie Ihre Frage stellen

Mit der Einsendung meiner Frage bestätige ich mein Einverständnis, die Daten (Name und E-Mail) zum Zweck der Beantwortung zu speichern und zu verarbeiten. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte oder kommerzielle Nutzung der Daten. 

Die eingesandten Fragen und Antworten werden auf dieser Webseite anonym veröffentlicht und nur mit Kürzel und erklärender Beschreibung versehen. Beispiel: Frau H., 66 Jahre und Parkinsonpatientin seit 4 Jahren.

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Fragen & Antworten

Parkinson und Antibiotika

Zwischen Parkinsonmedikamenten und Antibiotika kann es Wechselwirkungen geben, die gegenseitig die Wirksamkeit beeinflussen oder auch zu spezifischen Nebenwirkungen führen können. Dies gilt nicht für alle Parkinsonmedikamente und nicht für alle Antibiotika. Wenn auf Grund eines bakteriellen Infektes die Verwendung von Antibiotika erforderlich wird, sollten Sie unbedingt den behandelnden Arzt über Ihre Parkinsonmedikation informieren.

Wie lange dauert es, bis nach einer THS Implantation die Therapie zu wirken beginnt?

In der Regel wird das THS-System erst aktiviert, wenn der Patient sich von der Operation erholt hat. Nach der Aktivierung tritt unter Umständen bereits eine Linderung der störenden Symptome ein. Optimale Ergebnisse werden normalerweise aber erst nach mehreren Programmiersitzungen mit einem Arzt oder einer Pflegekraft erzielt.

Welche nicht-motorischen Symptome sind für Parkinson-Patienten besonders belastend?

Unter nicht-motorischen Störungen versteht man eine Vielzahl von Parkinsonbeschwerden, die nicht die Beweglichkeit betreffen.

Hierzu gehören u.a.: Schmerzen, Depressionen, Interessenverlust, Tagesmüdigkeit, Einschlafattacken, Schlafstörungen, Halluzinationen, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, Störungen der Blutdruckregulation (orthostatische Dysregulation) mit Schwindel und Stürzen, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Übelkeit, Völlegefühl, Verstopfungen, Blasen- und Sexualfunktionsstörungen, geschwollene Beine, Schluckstörungen, Gewichtszu- oder abnahmen, vermehrtes Schwitzen, erhöhter Speichelfluß, Verhaltensauffälligkeiten (Impulskontrollstörungen). Die Zuordnung, welches dieser Symptome den Patienten am meisten belastet, ist individuell verschieden. Am häufigsten angegeben werden:  Harndrang, Verstopfung, Tagesmüdigkeit, Interessenverlust und Schmerzen.

Handelt es sich bei einer THS um eine Therapie, die kein ganzes Leben lang unverändert im Körper bleibt?

Die THS-Therapie ist einstellbar, die Stimulation kann im Laufe der Zeit so angepasst werden, dass die Kontrolle über die Symptome eines Patienten erhalten bleibt. Nach einer gewissen Zeit muss außerdem bei einigen Schrittmachern der Akku ausgetauscht werden.

Auf welche Weise wirkt Rasagilin gegen Parkinson, hat das Medikament Nebenwirkungen – wenn ja welche?

Rasagilin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der selektiven MAO-B-Hemmer und verhindert den Abbau des Botenstoffs Dopamin. Dadurch steht dem Gehirn mehr Dopamin zur Verfügung, um eine bessere Beweglichkeit zu erzielen.

Es kann im Anfangsstadium der Erkrankung als Monotherapie und im weiteren Verlauf in Kombination mit Levodopa verabreicht werden.

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome, Depression, Gelenkschmerzen und Sodbrennen.

Bei der Anwendung müssen die zahlreichen möglichen Arzneimittel-Wechselwirkungen beachtet werden. Hier sollte jedes neu verordnete Medikament mit dem Haus- oder Facharzt abgesprochen werden.

Rasagalin darf u.a. nicht gleichzeitig mit anderen MAO-Hemmern, Pethidin (Schmerzmittel), Fluoxetin und Fluvoxamin oder Johanniskraut (Antidepressiva) eingenommen werden. Auch ist die Einnahme bei eingeschränkter Leberfunktion untersagt.

 

Hilft CBD-Öl wirklich bei Parkinson. Wenn ja, wie?

Einige Parkinsonsymptome könnten auf CBD-Öl ansprechen. Dies sind vorrangig nicht motorischer Art (z.B. Depression, Ängstlichkeit, Schmerz, Halluzination, vermehrter Speichelfluss). Umfangreiche Studien liegen hierzu bisher jedoch noch nicht vor. Deshalb ist es dringend zu raten eine solche Therapie mit dem Arzt abzustimmen der die entsprechende Dosierung vom Apotheker zubereiten zu lassen. Eine Verschreibungsfähigkeit steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus.

Ich vertrage keine Parkinson-Medikamente (d.h. Madopar etc.) da ich eine massive Überreaktion im Fuss habe. Ohne Medikamente habe ich aber einen massiven Rigor, d.h. versteife und diverse andere Symptome. Wäre in so einem Fall Cannabis eine Option?

Die Verwendung von Medicinal cannabis ist nur zugelassen wenn andere Therapien ausgereizt oder nicht vertragen werden. Bei schmerzhaften Dystonien hat sich die Verordnung von THC dominanten Zubereitungen in einigen Fällen als sinnvoll erwiesen. Eine Beantragung bei der Krankenkasse und die Verordnung durch den Arzt auf BTM-Rezept ist allerdings Voraussetzung.

Kann die Fachwelt schon ein erstes Resümee, insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien der Parkinson-Erkrankung ziehen (Cannabis = überwiegend Behandlungserfolg/-misserfolg).

Es gibt zunehmend mehr und bessere Studien die eine Wirksamkeit von Medicinal Cannabis bei Parkinson belegen. Für eine grundsätzliche therapeutische Empfehlung ist es aber noch zu früh. Zulassungsstudien, wie für die bekannten Parkinsonmedikamente, fehlen bisher.

Falls die Behandlung mit Cannabis nicht anschlägt, nicht vertragen wird etc., ist ein Ausschleichen von Cannabis mit erheblichen Problemen/Risiken für den Patienten verbunden? Könnte es passieren, dass der Patient dann nicht mehr so gut auf Parkinson-Medikamente anspricht, die vor der Cannabis-Medikation noch relativ gut gewirkt haben? Gibt es hierzu schon Erfahrungswerte?

Medicinal Cannabis wird langsam eindosiert und sollte auch genauso langsam wieder ausgeschlichen werden. Bei diesem Vorgehen  sind erhebliche Probleme nicht zu befürchten. Eine Wirkungsverschlechterung der Parkinsonmedikamente ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht beschrieben.

Gehört Cannabis bei Morbus Parkinson in Zukunft zu den Therapieoptionen?

Medicinal Cannabis ist keine „Wunder“ Behandlungsoption. Wir haben aber bei Parkinsonpatienten durch den zusätzlichen Einsatz von Medicinal Cannabis gute Erfolge erzielen können. Langfristig sind von dem breiten Wirkstoffspektrum der Cannabispflanze weitere Therapieansätze zu erwarten. Studien hierzu sind jedoch erst in Vorbereitung.